Schnipseljagd:
Vielleicht hat es der ein oder andere schon gelesen, im Tagesspiegel gab Herr Regener ein Interview, da er nicht nur Sänger der Band Element of Crime ist , sondern auch schreibt. „Herr Lehmann“, ein Roman, der sich mehr als eine Million mal verkaufte und von Leander Haußmann verfilmt wurde. Nun erscheint mit „Der kleine Bruder“ (Eichborn Berlin) der letzte Teil einer Trilogie.
Hier ein Auszug:
In Prenzlauer Berg hängen an den Spielplätzen Zettel an den
Bäumen, die vor den Schwaben und dem Blockwarttum der
Neu-Prenzlauer-Berger warnen.
Habe ich noch nicht gesehen, kann aber sein. Es gibt immer
Menschen, die Feindbilder brauchen. Früher hieß es in Kreuzberg auch
öfter mal, die Scheißtouristen sollten abhauen. Ich habe mal erlebt,
wie geborene Berliner auf der Wiener Straße als Touristen beschimpft
wurden, und zwar von Leuten mit schwäbischem Akzent. Aber das ist kein
Argument gegen die Schwaben. Wer gegen Schwaben ist, ist auch nur
Rassist.
Schwingt bei diesen Zetteln in Prenzlauer Berg nicht auch die Angst vor Gentrifizierung mit?
Vielleicht. Aber Angst ist kein guter Ratgeber. Prenzlauer
Berg ist jetzt einfach ein bürgerliches Viertel, in dem viel Geld
drinsteckt. Die Leute dort mit ihren Restaurants, Kinderklamottenläden
und den ganzen anderen kulturellen Codes, die müssen auch irgendwo
leben.
Und irgendwie hat Sven Regener doch Recht: ab wann ist jemand würdig den Titel "Alteingesessener" zu tragen? Und was muss man dafür tun, einen Fragebogen ausfülllen? Ist das Kiez-Gehabe muffig?
"Mein Gott, wir reden hier über Mietwohnungen. Da kann man ein- und ausziehen."
Das komplette Interview gibt es hier.










